Åland
ist eine Region in der Ostsee zwischen Stockholm und Turku. Das Archipel besteht aus 6700 Inseln und Inselchen, die größte im Westen ist Fasta Åland (Festland).
Åland ist eine autonome Region Finnlands mit weitgehenden Rechten zur Selbstbestimmung. Die Åländer sprechen schwedisch, und das auch von Amts wegen. Es gibt eine eigene Flagge, eine eigene Internetdomain .ax und steuerliche Sonderregelungen. Die Wirtschaft ist geprägt von sanftem Tourismus und Landwirtschaft (Grasland, Getreide, Äpfel). Wir sind mal gespannt.
1.8. Mariehamn, Eckerö
Nach unserer späten Ankunft im Hafen von Mariehamn finden wir schnell einen Parkplatz in Strandnähe und übernachten dort. Gleich am Platz befindet sich eine
Teppichreinigungsanlage
Es ist guter Brauch in Finnland, einmal im Jahr alle Teppiche gründlich zu reinigen. In jeder Gemeinde finden sich daher – meist in Wassernähe – öffentliche Anlagen (Waschtröge, Mangel, Trockengestelle), kostenfrei für jedermann. Nach getaner Arbeit werden die guten Stücke zum Trocknen ausgebreitet und irgendwann wieder abgeholt. Wenn da etwas abhanden käme, wären wir wohl nicht in Finnland…
In Mariehamn unternehmen wir einen kleinen Stadtspaziergang – hier wird gerade ein Heimatfest vorbereitet. Ein kleiner Festumzug umliegender Gemeinden dauert nur ein paar Minuten. Am alten Hafen sind alle Speicher geöffnet und bieten Leckereien und Getränke. Alte Dieselmotoren werden angeworfen…
Wir fahren dann Richtung Norden in die Gegend um Eckerö. Die Landschaft ist geprägt von viel Wasser, viel Urgestein und kleinen Feldern. In den Wäldern wachsen auch Birken und oft nur Krüppelkiefern. Dörfer als Ansammlung von Häusern gibt es selten, die meisten Gehöfte stehen allein umgeben von den zugehörigen Ländereien.
Auf dem Festplatz von Berghamn wird für den Abend zum Sommertanz geladen. Das Volk aus den umliegenden Gemeinden trifft sich und feiert bis spät in die Nacht. Die Band produziert gute Laune im Rockabilly-Sound. Passend dazu taucht ein auf Hochglanz polierter Licoln mit stylischem Fahrer auf (die Schweden lieben und pflegen amerikanische Oldtimer). Gegen Mitternacht wird noch eine tolles Höhenfeuerwerk über der Ostsee abgebrannt. Anschließend erscheint der Fast-Vollmond am wolkenlosen Himmel.
Wir übernachten nebenan auf einer Wiese gleich am Ostseestrand.
Wetter 24°![]()
warm gräucherter Lachs und geräucherte Garnelen
2.8. Getaberg
In knapp 100m Höhe über dem Meeresspiegel zieht sich ein Plateau über die gesamte Nordspitze der Insel, das wir uns auf dem Djupviksgrottanstig erwandern wollen. Wir gehen auf dem Urgestein (roter Granit) der Erdkruste, dass vor 5000 Jahren durch das Eis in sanfte Wellen geschliffen wurde – es gibt also keinerlei Ablagerungen, wie in unseren Breiten üblich. An einigen Stellen sind durch die Geländehebung nach der Eiszeit schroffe Brüche entstanden. Ein sehr eigenes Gelände, etwas ähnliches haben wir an der Högakusten erlebt – gleiche Geologie.
Unser Wohnmobil steht kurz vor einem Cliff, tolle Aussicht auf die Schären der Ostsee.
Wetter 24°![]()
3.8.-5.8. Hamnensundet
Nächster Halt ist im nördlichen Hafen der Insel. Wir machen am gleichen Kai fest wir die Boote. Die finnisch-italienische Hafenmeisterei empfängt uns freundlich und so ist auch die Stimmung auf dem Gelände.
Wir unternehmen eine kleine Wanderung im nahegelegenen Wald, streifen über die schon bekannten glazialen Felsformationen und erreichen am Ende eine rustikale Bank mit toller Aussicht auf die vorgelagerten Schären. Blau- und Preiselbeeren gibt es reichlich, für Pilze ist es wohl zu trocken.
Am nächsten Tag planen wir einen Segeltörn. Pünktlich dazu entwickelt sich der seit Tagen stetig wehende Wind zur Flaute. Unsere „Elvira“ erreicht dennoch 3 Knoten. Immerhin reicht der Wind, um das Spinnaker zu blähen. Unser Käptn nennt das „relaxed Segeln“. Jedenfalls macht es Spass, die Besatzung bei der Arbeit mit den bunten Seilen zu beobachten und zwischen den Schären sanft und ohne zu schaukeln dahinzugleiten.
Da wir nun gerade Flaute im Angebot haben, bauen wir unsere Boote auf und paddeln um die Ecke in den Yttre Verkviken. Die Eiszeit hat ganze Arbeit geleistet und einen wunderschönen Fjord gebastetelt mit hohen, roten Granitfelsen rundherum. Irgendwo da oben steht die Aussichtsbank. Kleine Absätze sind von Sommerhütten und dazugehörig Sauna und Steg besetzt. Der Tag verlief also ereignisreich, am Abend entspannen wir uns auf dem Steg und schauen dem Bootsverkehr zu.
Wetter 23-25°![]()
schwedische Köttbollar mit Soße von selbstgesammelten Preiselbeeren
Hier findet ihr unsere Aufenthalte während unserer Tour auf den Ålandinseln.
Fortsetzung unserer Tour auf der Seite Inselhopping.
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