Polarkreis – Bodø – Lofoten

In der Nacht zum vierten Tag unserer kurzweiligen Seereise passieren wir die Städte Brønnøysund, Sandness­jøen und Nesna. Dann beendet schon wieder der Wecker die Nacht, denn wir überqueren den Polarkreis, der die südlichste Stelle markiert, an der im Sommer die Sonne nicht untergeht. Aufgrund des elliptischen Pendelns der Erdachse, verschiebt sich der gedachte Kreis um jährlich bis zu mehrere 100 Meter südlich und nördlich. Auf unserer Lapplandtour 2022 erlebten wir den Polarkreis in Rovaniemi bei 32°C.

Bevor wir Bodø erreichen, schiebt sich auf der Landseite der Svartisengletscher ins Bild, mit 370 km² der zweitgrößte Gletscher Norwegens. Auf seiner Nordseite speist der Gletscher den Stausee Storglomvatnet. Das Wasser des Sees wir über mächtige Röhren zu Tal geleitet und treibt dort Turbinen zur Stromerzeugung an. Wir haben den beeindruckenden Gletscher bereits anläßlich unserer Lofotentour in den 90ern besucht.

Den gut zweistündigen Aufenthalt Bodø nutzen wir für einen kurzen Rundgang durch die Stadt, die nach ihrer Zerstörung im Weltkrieg geprägt ist durch neuere und moderne Gebäude. Die eigenwillige Architektur der Domkirche stammt aus den 60ern. Ein Streetart-Festival hat kreative Werke hinterlassen.

Im Hafen liegt die unverschämt große Aida-mare vor Anker. Unsere Freundin Christine und ihre Enkeltochter sind an Bord.

Am frühen Nachmittag lichtet unser Schiff die Anker, kurvt dann vorsichtig aus der geschützten Bucht heraus und schlängelt sich zwischen Schären hindurch in den Landegofjord und später hinaus in den riesigen Vestfjord, der die Lofoten-Inselgruppe vom Festland trennt. Der Fjord gehört zu den fischreichsten Gewässern der Welt, hier wird im Frühjahr der Winterkabeljau gefangen, der berühmte Skrei. Am ersten Tag nach der Schonzeit wird der Beginn der Fangsaison aufwendig gefeiert. Auch wir freuen uns, wenn der leckere Fisch dann beim Händler unsres Vertrauens erhältlich ist – denn wir essen kleine Mengen davon gern roh als Fischtatar.

Auf der Backbordseite taucht nun langsam die Lofotenwand aus dem Meer. Aus der Ferne wirken die Gipfel der Lofoten über das gesamte Blickfeld als gewaltige Einheit. Je näher wir der Inselgruppe kommen, umso mehr lösen sich einzelne Strukturen aus dem Panorama. Die Gezeitenströme der Lofoten gehören mit zu den stärksten der Welt und nirgendwo wird eine vergleichbar hohe Temperaturanomalie verzeichnet wie hier, wo es dank Golfstrom im Durchschnitt 24 °C wärmer ist als sonst auf diesem Breitengrad. Die unteren einhundert Höhenmeter der Inseln sind ganzjährig schnee- und eisfrei.
Hier laden einige der größten Seevogelkolonien überhaupt zu einem Besuch ein, locken die vielleicht schönsten Strände des ganzen Nordens.

Am Abend erreichen wir Stamsund, den wichtigsten Fischerort von Vestvågøya, der uns aber eher als größeres Dorf erscheint.. Weiter geht es dann zur größten Insel der Lofoten, Aust­vågøya, unter knapp 1000m aufragenden Gifeln vorbei an zahlreichen bewohnten Schären zur Inselhaupstadt Svolvær. Die anschließende spannende Fahrt durch die malerischen Fjorde der Lofoten werden wir auf dem Rückweg bei Tag genießen.
Im engen Rysoysund gab es gegen Mitternacht ein paar zarte Nordlichter zu beobachten.

Wetter sonnig wolkig

Essen das landestypische Menü bietet heute

  • leicht angebratenes Kalbsfilet mit geräucherten Kartoffeln
  • Leicht gepökelter Heilbutt mit Dickmilch und Dill
  • Gebratener Schellfisch mit geräucherter Selleriesauce, gebackenem Sellerie und Selleriecreme
  • Langsam gebratene Lammkeule, Meerrettichsauce
  • Eiscreme und Käse des Tages