Hammerfest

Das Wetter meint es heute nicht gut mit uns, es ist neblig und regnerisch. In Hammerfest allerdings ist es trocken von oben

Hammerfest bedindet sich 1000km nördlich des Polarkreises und wirbt damit, die nördlichste Stadt der Welt zu sein. Das hat sich allerdings 1996 geändert, als Honningsvåg sich das Stadtrecht selbst verliehen hat und sich seither mit dem Titel vermarktet. Korrekt ist auch das nicht, den Utqiaġvik (Alaska) liegt sogar nördlicher als das Nordkap ;-)
In Hammerfest wurden viele Polarexpeditionen ausgerüstet (Nansen). Fischerei, Erdölexploration und Tourismus prägen die Stadt, hier steht eine Erdgasverflüssigungsanlage (LNG), aber bei weitem nicht die größte der Welt, wie in manchen Reiseführen kolportiert.

Nicht weit vom Kai entfernt auf einer kleinen Anhöhe (Fuglenaes) steht eine Säule, die das nörliche Ende des Struve-Bogen markiert. Der Bogen vereint auf einer Strecke von 2800km 265 Vermessungspunkten, die 258 Hauptdreiecke bilden. Das südliche Ende befindet sich am Schwarzen Meer in Staro-Nekrassowka (Ukraine) am Schwarzen Meer. Struve gelang es mit dieser Anordnung Mitte des 19. Jh., die polare Abflachung der Erdkugel mit großer Genauigkeit zu bestimmen. Seit 2005 gehört der Struve-Bogen zum UNESCO-Welterbe.

Im Stadthafen steht ein Denkmal für den Schiffskoch Adolf Henrik Lindstrøm. Er war an diversen Arktisexpeditionen anfangs des 20. Jahrhunderts beteiligt (mit Roald Amundsen und Otto Sverdrup). Sein berühmtes Gericht „Biff à la Lindstrøm“ werden wir bestimmt mal ausprobieren (Klops mit Roten Beten – vorbeugend gut gegen Skorbut):
Hier das Rezept dazu:

400g Schabefleisch vom Rind
4 rohe Eigelbe
3 Esslöffel dicke Sahne
4 Esslöffel feingehackte, kalte Kartoffeln
3 Esslöffel feingehackte eingelegte Rote Bete
2 Esslöffel geriebene Zwiebel
1 Esslöffel feingehackte Kapern
Mit Salz und Pfeffer würzen.

Am späten Mittag setzen wir unsere Reise  nach Süden fort. Die Landschaft bekommt nun zunehmend alpinen Charakter. Auf der Steuerbordseite erheben sich die steilen Felsklüfte der Insel Sørøya. Alsbald kommen backbord die bis über 1000 m hoch aufragende Insel Seiland in Sicht, deren hintereinandergestaffelten Spitzberge die nördlichsten Gletscher Skandinaviens tragen. Auf der südlich angrenzenden Insel Stjernøya legt die Bergnatur in Sachen Dramatik noch einmal zu. Allerdings verschwinden die Gipfel öfter mal in den Wolken.

Die dramatische Landschaft wird imer spannender. Die Einfahrt in den felsumrahten Øksfjord wird nochmals getoppt mit dem Blick auf das gegenüber liegende Panorama der Halbinsel Bergsfjord mit der Gletscherkrone in 1200m Höhe. Auch hier wieder alles von Wolken verhangen. Einen Blick auf den Gletscher können wir erhaschen und haben schnell einen blauen Punkt drauf gemalt.

Auf der Weiterfahrt in freien Wasser kommen Wind und Wellen auf. Der Transport einer gefüllten Kaffeetasse wird zur Herausforderung. Ansonsten gibt es aber nicht ausreichend Wellengang für anderweitige Eruptionen ;-)

Wir beenden den Tag mit einem längeren Aufenthalt im nächtlichen Tromsø.

Wetter 3° bedeckt regnerisch leichter Regen

Essen Ein besonderes viergängige Auror-Menü (Polarlichter als Nachspeise fallen bei bedecktem Himmel aus)

  • Mit Gin und Wacholder geräuchertes Rentier mit Preiselbeercreme, eingelegten Pilzen und Himmeltind-Käse vom Hof Åland
  • Schweinshaxe mit Knollenselleriecreme, eingelegten roten Zwiebeln, Fondant-Kartoffeln und  Rotwein-Demiglace mit Senf aus Nordland
  • Forelle aus dem Ofen mit Beurre blanc, autierten grünen Bohnen, Perlzwiebeln, Forellenrogen und Kartoffelpüree
  • Waldpilzrisotto mit sautierten Pilzen und knusprig gebratenem Brokkoli
  • Frischkäsekuchen mit Erdbeerkompott und Nýr